Voller Ruhe und Herzlichkeit waren das Gespräch und die Verkostung mit Ewald Tscheppe im Weingut Werlitsch im vergangenen August. Das Weingut handhabt einen respektvollen und nachhaltigen Umgang mit Natur und Erde, mit dem Ziel lebendige Weine mit Seele zu produzieren.
Dabei setzen Ewald und seine Frau Brigitte auf biodynamische Methoden in der Bewirtschaftung. Die acht Hektar Weinberge gliedern sich auf in flachere Partien mit höherem Lehmanteil und Erdauflage, die sehr fruchtbar sind, sowie in steilere, kargere Stellen, die weniger Erdauflage besitzen. Die verschiedenen Bodenzonen, von flach zu steil, finden sich in den Weinen EX VERO I bis III wieder.

Im Weinberg arbeitet das Ehepaar Tscheppe ausschließlich mit weißen Rebsorten wie Sauvignon Blanc, Morillon, Gelber Muskateller und Welschriesling. Diese werden mit der Überhangerziehung mehr oder weniger gebändigt, wobei die Triebe der Rebe von oben nach unten wachsen können und sich damit die Nährstoffe besser in der Pflanze verteilen. Darüberhinaus dienen die belaubten Triebe in heißen Jahren als dienliche Beschattung der Trauben.
Im Glas zeigen sich die EX VERO I bis III Weine so verschieden wie ihre Bodenzonen es beschreiben. Ihre Gemeinsamkeiten bestehen dagegen in ihrer unglaublichen Vielschichtigkeit, Eleganz und Tiefe. Auch nach Tagen lässt sich eine bereits geöffnete Flasche mit ruhigem Gewissen weiter genießen. Der Inhalt bleibt stets feingliedrig und ausdrucksstark als würde er Ewald Tscheppes Devise bei der Weinwerdung folgen: einatmen und ausatmen.